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Das habsburgische Urbar von 1303

Erläuterungen zur Karte

Die berühmte Familie der Habsburger, die ursprünglich aus dem Aargau stammte, konnte im Elsass auf ein komplexes Gefüge aus Rechten zurückgreifen, welche in Verbindung mit ihren Erbgütern (ihrer Herrschaft) und ihren politischen Funktionen als Landgrafen und Vögte standen. Rudolf, der 1273 zum römischen König gewählt wurde, brachte seiner Familie mit der Königswürde noch weiteren Nutzen ein. Die Rechte, über die die Familie verfügte, waren geographisch weit verstreut und sehr vielfältig ––. Aber eben dies behinderte eine Verbesserung der Verwaltung, die man zu Beginn des 14. Jahrhunderts in vielen großen Fürstentümern feststellen kann. Auf Anweisung Albrechts von Habsburg, der seit 1298 Kaiser war, erstellte sein Kanzler Burckhart Frikke eine systematische Zusammenstellung der Rechte, die in allen Besitzungen geltend zu machen waren, um damit die Einnahmen zu verbessern. Ein Urbar, das 1303 begonnen wurde, beinhaltet eine Liste aller Rechte und orientiert sich dabei an den Verwaltungseinheiten der Ämter im Elsass, in der Schweiz und in Österreich. Im Elsass zählt man fünf Ämter: Ensisheim und Landser (Kötzingen) bildeten den Kern des Familienbesitzes um Ottmarsheim und den Wald von Hardt herum; Das Albrechtstal bezog französischsprachige Orte mit ein und erstreckt sich bis auf die Höhen der Vogesen; die Hohlandsburg hatte ihren Reichtum vom Weinbau in den Vorbergen der Vogesen; Delle (Dettenried) verband schließlich die Besitzungen der Habsburger mit dem Jura und Burgund. Herren des Sundgaus wurden diese aber erst durch eine Heirat im Jahre 1324. Da dieses erste Urbar aber einige Rechte ungenau aufzeichnete, wurde es 1394 durch ein anderes vervollständigt. Zwischen 1894 und 1899 hat Rudolf Maag das Urbar von 1303 in dicken schwer zugänglichen Bänden kritisch ediert und ihnen eine von Hand gezeichnete Karte beigefügt.

Die jetzt vorliegende kartographische Arbeit wurde in mehreren Etappen unternommen. Die Ortsnamen des Urbars wurden identifiziert und dann mit dem edierten Text und der Karte von Maag verglichen. Die entsprechenden Orte wurden sodann in einem SIG-Programm gespeichert, das es erlaubt, den Ort auf einer modernen Karte einzutragen. Die Flussläufe (vor allem der Rhein) und die Wälder (besonders der Hardt) nehmen, da genauere Angaben fehlen, einen hypothetischen Verlauf an. Die unterschiedlichen Farben machen die Ämter kenntlich, was es ermöglicht, ihre Aufteilung und ihre jeweilige Bedeutung zu erfassen. Jede Art von Recht hat zu einer eigenen Karte mit eigenen Symbolen geführt (Karten 1-7). Sodann folgen drei Karten, in denen die Rechte mit Personen (Karte 8), mit Gütern (Karte 9) und öffentlichen Autoritäten (Karte 10) in Verbindung gebracht wurden. Schließlich gibt es noch eine allgemeine Karte, die ein vollständiges Bild dieses Mosaiks (Karte 11) liefert. Die dadurch erhaltene genau erscheinende Darstellung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man bei ihrer Ausarbeitung durchaus auf Ungenauigkeit gestoßen ist. Dies hing besonders mit bestimmten Rechten in Bezug auf Personen und Gemeinschaften zusammen: Steht so zum Beispiel in einigen Fällen die Taille in Verbindung mit Rechten der Rechtssprechung? Schließlich sei darauf hingewiesen, dass die vorliegende Ausgabe die modernen Ortsnamen und die moderne Schreibweise übernimmt.

Edierte Quelle

MAAG Rudolf u.a., Das habsburgische Urbar. Quellen zur schweizer Geschichte, Bd. 3, Basel, 1894-1899.

Bibliographie

  • Die Habsburger im deutschen Südwesten. Neue Forschungen zur Geschichte Vorderösterreichs, QUARTHAL Franz, FAIX Gerhard (Hgg.), Stuttgart, 2000.
  • RAPP Francis, Le Saint Empire romain germanique. D’Otton le grand à Charles Quint, Tallandier, 2000.

 

Valérie Peter (Maîtrise Uha 2005) und Odile Kammerer, 2005 (Karten) und 2006 (Anmerkung)

Übersetzung: Harald Sellner