icon_facebookicon_google-plusicon_pinteresticon_twitterlogo_ukoo

Das Mittelalter aus der Sicht der elsässischen Geschichtsvereine

Das Mittelalter aus der Sicht der elsässischen Geschichtsvereine Vergrößern

Erläuterungen zur Karte

Im Dezember 2004 hat Florent Cossavella an der Université de Haute-Alsace eine Magisterarbeit verteidigt, die den Titel „Das Mittelalter aus der Sicht der elsässischen Geschichtsvereine“ trägt. Es ging darum, den Teil der mittelalterlichen Geschichte zu bewerten, für den sich die elsässischen Geschichtsvereine interessierten. Um den Quellenkorpus auf ein sinnvolles Maß zu begrenzen, damit die Arbeit im Maîtrise-Jahr zu bewältigen ist, und um Aufsätze heranzuziehen, die auf Französisch geschrieben sind, nahm Florent Cossavella das Jahr 1945 als Ausgangspunkt. Er konnte aber feststellen, dass nach diesem Datum trotz allem von den 2175 Aufsätzen noch ein Zehntel auf Deutsch geschrieben wurde. Eine mit Geduld vorgenommene genaue Auswertung der Veröffentlichungen von 98 Geschichtsvereinen, die der Fédération des sociétés d’histoire et d’archéologie d’Alsace angehörten, ergaben, dass 53 Vereine über das Mittelalter publiziert hatten. Anhand von Autoren und Mitarbeitern, die nahezu immer elsässischer Herkunft waren, untersuchte er die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Mittelalter in den „spezialisierten“ Vereinen (Kirche des Elsass, Juden, Burgen, etc...) und in den anderen Vereinen, die ein eher allgemeiner ausgerichtetes Profil haben. Er stellte fest, dass diese Epoche wieder an Interesse gewann, dass dies parallel zur Gründung von 28 neuen Zeitschriften innerhalb von 60 Jahren verlief und dass sich diese Entwicklung ab den 1970er Jahren beschleunigte. Eine neue Generation von Autoren interessiert sich für das alltägliche Leben im Mittelalter und die Hinzuziehung der Archäologie. Die Karte zeigt den Sitz der jeweiligen Geschichtsvereine, die nach 1945 Aufsätze über das Mittelalter veröffentlicht haben. Sie lässt von vornherein das große Ungleichgewicht zwischen dem Nieder- und Oberrhein – ein Drittel /zwei Drittel – erkennen.

Dieser Befund und die Feststellung, dass Vereine sich dort, wo es eine größere Zahl von archäologischen Objekten (z.B. Burgen) gibt, vermehrt mit eben diesen beschäftigen, ist allein noch nicht zufriedenstellend, sondern drängt danach, nach anderen Ursachen zu suchen. Eine weitere Untersuchung steht noch aus.

 

Odile Kammerer, 2008

Übersetzung: Harald Sellner